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Die Mandapa-Entwicklungstypologie
Die Persönlichkeit ist kein statisches Gebilde. Im Verlauf
des Lebens entwickelt und verändert sie sich.
Dieser Entwicklungsprozess vollzieht sich
von der Geburt bis zum Tod
in fünf aufeinander folgenden, natürlichen Schritten.
Würden keine Störungen auftreten, könnte jeder Einzelne im Verlauf
seines Lebens, größtmögliche Entwicklung vollziehen, unter Umständen, seinen
Entwicklungsweg vervollständigen.
Leider begegnen uns im Laufe unseres Lebens Hindernisse, die unserer
weiteren Entwicklung im Wege stehen.
Vielen Menschen werden
ihre späteren Begrenzungen bereits
bei der Geburt in die Wiege gelegt.
Sie müssen die Last vorangegangener Generationen tragen und kommen
dementsprechend nur langsam voran.
Andere machen im Verlauf
ihres Lebens traumatische Erfahrungen, die ihre weitere Entwicklung
blockieren. Nur selten
verläuft das Leben eines Menschen ungestört, sodass die fünf Entwicklungsschritte
vervollständigt und das Tor zur
Befreiung erreicht werden kann.
Die Entwicklung der meisten Menschen endet früher.
Alle Schwierigkeiten und Probleme, mit denen wir im Laufe unseres
Lebens konfrontiert werden,
beruhen auf Entwicklungsblockaden.
Wollen wir Fortschritte machen, müssen wir wissen, in welcher Phase
unserer Entwicklung wir stagnieren und was wir tun müssen, um unsere Entwicklung
fortzusetzen.
Der
erste Entwicklungsschritt Den fünf Entwicklungsschritten werden in der Mandapa Typologie zwanzig Grundpersönlichkeiten zugeordnet, jeder Ebene vier. Die Grundpersönlichkeiten der ersten Entwicklungsebene werden von Körperempfindungen, von Instinkten und Trieben beherrscht. Diese Empfindungen entspringen einer gemeinsamen Quelle: dem Überlebenstrieb. Hunger zum Beispiel, ist eine unangenehme Körperempfindung. Erfahren wir Hunger, erweckt er in uns das Verlangen nach der angenehmen Körperempfindung von Sättigung. Weil hinter dem Hunger der Überlebenstrieb steht, schreit ein hungriger Säugling buchstäblich um sein Leben. Ein Säugling hat nur eine Aufgabe: zu überleben. Er kennt kein Mitgefühl mit Anderen. Hat nur Interesse an ihnen, weil sie für sein Überleben erforderlich sind. Das meint er nicht böse. Egoismus ist in dieser Stufe unserer Entwicklung ‚überlebenswichtig‘. Bleiben wir aber auf dieser Stufe stecken, verhalten wir uns auch noch als Erwachsene egoistisch wie Säuglinge. Menschen, die unter dem Einfluss von Einstellungen der ersten Entwicklungsstufe stehen, müssen lernen, ihre Ichbezogenheit zu überwinden. Sie haben keinen Zugang zu ihren Emotionen, zu ihren Wünschen, zu ihrem Denken und ihrer Intuition.
Die zweite
Entwicklungsebene Die Grundpersönlichkeiten der zweiten Entwicklungsstufe
stehen unter Einfluss der Emotionen.
Verlassen wir die Stufe des, um sein Leben kämpfenden, selbstbezogenen
Säuglings, betreten wir die Stufe der Kindheit.
Ein Kind denkt nicht über Andere nach, es fühlt sie.
Seine Erfahrungen mit Anderen sind primär emotionale Erfahrungen.
Kommt es ihnen nahe, erfährt es angenehme Emotionen, wenn es zum Beispiel
liebevoll in den Arm genommen
wird oder unangenehme Emotionen, wenn der Andere seine Annäherungen zurückweist.
Die dritte Entwicklungsebene Die dritte Entwicklungsstufe wird von den Sinnen beherrscht, besonders vom Sehen. Menschen unter dem Einfluss der Sinne vergleichen sich mit Anderen. Sie vergleichen, was sie sehen, zum Beispiel das Aussehen, die Kleidung, den Besitz, den Partner, die gesellschaftliche Position. Sie wollen im Vergleich mit Anderen nach ihrem Maßstab gut bzw., besser aussehen. Um das zu erreichen, fügen sie Dinge ihrem Besitz hinzu. Der Wunsch, etwas zu besitzen erzeugt ein Spannungsfeld, das sie durch die Inbesitznahme des begehrten Objekts beseitigen wollen. Diesem Handlungsimpuls sind sie gezwungen zu folgen. Menschen dieser Entwicklungsebene sind auf der ersten Stufe des ‚Wir‘. Sie sehen sich selbst und Andere als materielle Objekte an. Menschen dieser Ebene sind in gewissem Ausmaß in der Lage, Körperempfindungen und Emotionen zu beherrschen. Sie werden von ihren Sinnen gelenkt und haben keinen Einfluss auf ihr Denken und ihre Intuition. Lernen sie, ihre Sinne zu beherrschen, betreten sie die vierte Entwicklungsebene.
Die vierte
Entwicklungsebene Auf dieser vierten Stufe sehen Menschen andere nicht mehr nur als materielle Objekte an, sondern als Persönlichkeiten. Sie interessiert nicht, was ein Anderer besitzt oder welche gesellschaftliche Position er hat. Diese Menschen sind daran interessiert, was ein Anderer für ein Mensch ist. Sie vergleichen ihre Persönlichkeit mit der Persönlichkeit Anderer. Halten sie einen Anderen für persönlich weiterentwickelt, wollen sie ihre Persönlichkeit seiner angleichen. Die Fähigkeit, Andere als weiterentwickelt anzusehen als sich selbst, Ideale zu haben, macht das Besondere dieser Ebene aus. Fällt dieser Vergleich zu ihren Ungunsten aus, erzeugt das einen unerwünschten Zustand von Unvollkommenheit, den Menschen dieser Ebene durch eine weitere Veränderung ihrer Persönlichkeit beseitigen wollen. Durch das Vergleichen mit der Persönlichkeit Anderer, ihrer Suche nach dem "Richtig-Sein", stehen Menschen der vierten Entwicklungsebene unter dem Einfluss des Denkens. Menschen auf dieser Ebene ihrer Entwicklung sind in der Lage, in einem gewissen Ausmaß, ihre Körperempfindungen, ihre Emotionen und ihre Wünsche zu beherrschen. Sie haben keinen Zugang zu ihrer Intuition. Gelingt es ihnen, sich als getrennt von ihrer Persönlichkeit anzusehen, können sie die fünfte Entwicklungsebene betreten. Dies ist die Entwicklungsstufe des ‚Du‘.
Die fünfte
Entwicklungsebene Dies ist die höchste Entwicklungsstufe im menschlichen Bereich. Sie ist noch nicht das Ende unserer Entwicklung. Menschen dieser Ebene sind in der Lage, ihre Körperempfindungen, ihre Gefühle, ihre Wünsche und ihr Denken, in einem gewissen Ausmaß zu kontrollieren. Durch diese Fähigkeit erleben sie sich, als eine von diesen Bereichen getrennte Wesenheit, als ‚Willenswesen‘. Sie glauben, das Leben kontrollieren zu können. Dazu sind sie auch tatsächlich in großem Ausmaß in der Lage. Ihre Aufmerksamkeit ist auf das ‚Du‘ gerichtet. Das ‚Du‘ umfasst ihr eigenes Menschsein, Andere und das Leben. Dieses Andere wollen sie nach ihren Bedürfnissen kontrollieren und formen. Geschehnisse, die sich außerhalb ihrer Kontrolle befinden, erleben sie als einen unangenehmen Zustand von Gefahr, den sie beseitigen wollen. Auf diese Weise versuchen sie immer größere Anteile des ‚Du‘ unter ihre Kontrolle zu bringen. Die Fähigkeit, ihre Empfindungen, ihre Emotionen, ihre Wünsche und ihr Denken gleichzeitig wahrzunehmen, lässt sie sehr schnell und umfassend handeln. Dieses "intuitive" Handeln ermöglicht ihnen große gesellschaftliche Erfolge, die wiederum ihren Wunsch nach mehr Kontrolle bestärken. Sie werden vom Zustand der Intuition gelenkt, dessen Macht sie aber daran hindert, die letzten Entwicklungsschritte zu tun. Um den nächsten Entwicklungsschritt tun zu können, müssen sie diese scheinbare Macht völlig aufgeben und sich dem ‚Du‘ rückhaltlos überantworten. Gelingt ihnen das nicht, ist die Gefahr groß, ihre Fähigkeiten wieder zu verlieren und auf eine niedrigere Ebene zurückzufallen. Persönlichkeitstypen und die Vermischung der EbenenDie Grundpersönlichkeiten der Entwicklungsstufen sind nicht soweit voneinander entfernt, wie es in der linearen Beschreibung des Entwicklungsweges erscheint. Die Entwicklung zur fünften Ebene und darüber hinaus vollzieht sich nicht innerhalb eines Lebens, obwohl dies im natürlichen Ablauf eines Lebens angelegt ist. Unsere jeweilige Geburt ist das Resultat einer genetischen Übertragungslinie und die neue Persönlichkeit entspricht dem Entwicklungsstand der väterlichen und mütterlichen Linie. Zum Überleben als Säuglings ist es unbedingt notwendig, dass unsere Persönlichkeit zu diesem Zeitpunkt von überwiegend empfindungsgesteuerten Einstellungen geformt sein muss. Darüberhinaus ist aber Raum für Einstellungen höherer Entwicklungsebenen, die wir in vorhergehenden Leben bereits erreicht haben. Sie dienen als Beschleuniger unserer momentanen Entwicklung und prägen unsere individuelle Persönlichkeit. Auf diese Weise mischen sich schon im Augenblick der Geburt Einstellungen der unterschiedlichen Entwicklungsstufen. Es gibt also nicht nur eine Art von Säugling, sondern jeder Säugling ist von Geburt an, bereits ein einzigartiges Individuum, das seinen individuellen Entwicklungsweg betritt. Um unsere Entwicklung zu unterstützen und zu beschleunigen, ist es wichtig zu wissen, welche Entwicklungskräfte gemeinsam unsere Persönlichkeit bilden. Wenn es uns gelingt, unsere Persönlichkeit zu kennen, können wir unsere Potentiale klarer einschätzen, können erkennen, welche Hindernisse uns im Wege stehen und welcher Entwicklungsebene sie angehören. Haben wir diese Informationen, wissen wir auch, auf welche Weise diese Barrieren zu überwinden sind. Unsere Entwicklung schreitet fort. |